Prostatagesundheit – Was jeder Mann wissen sollte
- VitaMann

- 30. Juni
- 2 Min. Lesezeit

Vorsorge, Mythen und evidenzbasierte Fakten
Die Prostata ist eine etwa kastaniengroße Drüse, die unterhalb der Blase liegt und eine wichtige Rolle in der männlichen Fortpflanzung spielt. Gleichzeitig ist sie eine der häufigsten Quellen gesundheitlicher Probleme bei Männern ab 50.
Die drei häufigsten Prostataerkrankungen
1. Benigne Prostatahyperplasie (BPH) – gutartige Prostatavergrößerung
Etwa 50% der Männer über 50 und bis zu 90% der Männer über 80 entwickeln eine BPH. Symptome umfassen häufigen Harndrang, schwachen Harnstrahl und nächtliche Toilettengänge. Die Erkrankung ist gutartig, kann aber die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.
2. Prostatitis – Entzündung der Prostata
Kann in jedem Alter auftreten, häufig zwischen 30 und 50. Symptome reichen von Schmerzen beim Wasserlassen über Beckenschmerzen bis zu Fieber. Die Behandlung hängt von der Ursache ab (bakteriell vs. nicht-bakteriell).
3. Prostatakrebs
Die häufigste Krebsart bei Männern in Deutschland. Die gute Nachricht: Bei frühzeitiger Erkennung ist die Heilungsrate sehr hoch. Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei lokal begrenztem Prostatakrebs bei nahezu 100%.
Die Vorsorge-Debatte: PSA-Test ja oder nein?
Der PSA-Test (Prostataspezifisches Antigen) ist umstritten. Warum?
Argumente dafür:
Kann Prostatakrebs in frühen Stadien erkennen
Ermöglicht potenziell lebensrettende Früherkennung
Argumente dagegen:
Hohe Rate an falsch-positiven Ergebnissen
Risiko der Überdiagnose und Überbehandlung
Kann zu unnötigen Biopsien und Behandlungen führen
Was sagen die Leitlinien?
Die Deutsche Gesellschaft für Urologie empfiehlt eine individuelle Risikobewertung ab 45 Jahren (bzw. ab 40 bei familiärer Vorbelastung). Eine informierte Entscheidung nach ausführlicher Aufklärung über Nutzen und Risiken ist entscheidend.
Lebensstil und Prostatagesundheit
Mehrere Studien zeigen Zusammenhänge zwischen Lebensstil und Prostataerkrankungen:
Ernährung: Eine mediterrane Ernährung mit viel Gemüse, Tomaten (Lycopin), Fisch und gesunden Fetten wird mit einem reduzierten Risiko in Verbindung gebracht. Rotes und verarbeitetes Fleisch sollten in Maßen konsumiert werden.
Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität korreliert mit einem niedrigeren Risiko für aggressive Formen von Prostatakrebs.
Gewichtsmanagement: Übergewicht und Adipositas sind mit einem erhöhten Risiko für aggressive Prostatatumore verbunden.
Warnsignale ernst nehmen
Diese Symptome sollten ärztlich abgeklärt werden:
Blut im Urin oder Sperma
Schmerzen beim Wasserlassen oder Ejakulieren
Häufiger Harndrang, besonders nachts
Schwacher oder unterbrochener Harnstrahl
Schmerzen im unteren Rücken, Becken oder Oberschenkeln
Mythen und Fakten
Mythos: "Häufiger Sex erhöht das Prostatakrebsrisiko." Fakt: Studien deuten eher auf das Gegenteil hin. Regelmäßige Ejakulationen könnten sogar protektiv wirken.
Mythos: "Eine vergrößerte Prostata führt automatisch zu Krebs." Fakt: BPH und Prostatakrebs sind unterschiedliche Erkrankungen. Eine BPH erhöht nicht zwingend das Krebsrisiko.
Fazit: Prostatagesundheit sollte ab dem mittleren Lebensalter auf dem Radar sein. Ein offenes Gespräch mit dem Urologen, eine individuelle Risikoabschätzung und ein gesunder Lebensstil sind die besten Strategien.




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