Herz-Kreislauf-Gesundheit – Das unterschätzte Risiko junger Männer
- VitaMann

- 31. Juli
- 2 Min. Lesezeit

Warum Prävention keine Frage des Alters ist
Herzinfarkte gelten als Krankheit älterer Menschen. Doch die Realität sieht anders aus: Immer mehr Männer unter 50 erleiden kardiovaskuläre Ereignisse. Die gute Nachricht: Die meisten Risikofaktoren sind beeinflussbar.
Die Zahlen
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die Todesursache Nummer 1 bei Männern
Männer erleiden im Durchschnitt 10 Jahre früher einen Herzinfarkt als Frauen
Das Risiko steigt ab 45 Jahren deutlich an
Etwa 20% der Herzinfarkte bei Männern unter 45 sind auf einen ungesunden Lebensstil zurückzuführen
Die wichtigsten Risikofaktoren
Die "Big Five" der kardiovaskulären Risikofaktoren:
Bluthochdruck (Hypertonie)
Oft symptomlos, daher "stiller Killer" genannt
Ab 140/90 mmHg behandlungsbedürftig
Regelmäßige Kontrollen sind essenziell
Erhöhte Cholesterinwerte
Besonders LDL-Cholesterin ist kritisch
HDL-Cholesterin wirkt protektiv
Zielwerte hängen vom individuellen Gesamtrisiko ab
Diabetes mellitus
Verdoppelt bis verdreifacht das Herzinfarktrisiko
Prädiabetes ist bereits ein Risikofaktor
HbA1c-Wert sollte unter 6,5% liegen
Rauchen
Verdreifacht das Herzinfarktrisiko
Auch Passivrauchen ist gefährlich
Gute Nachricht: Nach dem Rauchstopp sinkt das Risiko innerhalb von 1-2 Jahren deutlich
Familiäre Vorbelastung
Herzinfarkte bei Verwandten ersten Grades vor dem 55. Lebensjahr (Männer) bzw. 65. (Frauen)
Erhöht das eigene Risiko um das 2-3fache
Weitere Risikofaktoren:
Übergewicht und Adipositas (besonders bauchbetontes Fett)
Bewegungsmangel
Chronischer Stress
Übermäßiger Alkoholkonsum
Schlafapnoe
Metabolisches Syndrom – die gefährliche Kombination
Wenn mindestens drei der folgenden Faktoren vorliegen, spricht man vom metabolischen Syndrom:
Bauchfett (Taillenumfang > 94 cm bei Männern)
Erhöhter Blutdruck
Erhöhte Nüchtern-Blutzuckerwerte
Erhöhte Triglyzeride
Niedriges HDL-Cholesterin
Das metabolische Syndrom erhöht das Herzinfarktrisiko um das 3-6fache und betrifft etwa 20-30% der erwachsenen Männer.
Prävention: Was wirklich wirkt
Ernährung – evidenzbasierte Empfehlungen:
Die Mediterranean-Lyon Studie zeigte: Eine mediterrane Ernährung reduziert das Herzinfarktrisiko um 50-70%.
Kernpunkte:
Viel Gemüse, Obst, Vollkorn
Gesunde Fette: Olivenöl, Nüsse, fetter Fisch
Wenig rotes Fleisch und verarbeitete Produkte
Salzreduktion (< 5g/Tag)
Zucker minimieren
Bewegung – das Herz trainieren:
Die Framingham-Studie belegt: 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche senken das Herzinfarktrisiko um 30-40%.
Ideal ist eine Kombination aus:
Ausdauertraining (Joggen, Radfahren, Schwimmen)
Krafttraining (2x pro Woche)
Alltagsbewegung (10.000 Schritte)
Stressmanagement:
Chronischer Stress erhöht den Blutdruck und fördert Entzündungsprozesse. Wirksame Strategien:
Regelmäßige Entspannungspausen
Achtsamkeitsübungen oder Meditation
Ausreichend Schlaf (7-9 Stunden)
Work-Life-Balance
Alkohol in Maßen:
Die Studienlage ist komplex, aber der Konsens lautet: Maximal 1-2 alkoholische Getränke pro Tag. Mehr schadet dem Herzen.
Vorsorgeuntersuchungen – wann und was?
Ab 35 Jahren:
Check-up 35: Alle 3 Jahre, beinhaltet Blutdruck, Blutzucker, Cholesterin
EKG bei Bedarf
Bei Risikofaktoren:
Häufigere Kontrollen
Belastungs-EKG
Ultraschall der Halsschlagadern
Erweiterte Laborwerte
Selbstmonitoring:
Blutdruck: Heimgeräte sind erschwinglich und zuverlässig
Puls: Ruhepuls unter 70 Schlägen/min ist ideal
Gewicht und Bauchumfang regelmäßig kontrollieren
Warnsignale eines Herzinfarkts
Klassische Symptome:
Starker, drückender Brustschmerz (> 5 Minuten)
Ausstrahlung in Arm, Schulter, Kiefer
Atemnot
Schweißausbrüche
Übelkeit
Todesangst
Bei diesen Symptomen: Sofort 112 anrufen!
Zeitfenster ist kritisch: "Time is muscle" – je schneller die Behandlung, desto besser die Prognose.
Junge Männer im Fokus
Gerade junge Männer zwischen 25 und 45 unterschätzen ihr Risiko. Faktoren wie:
High-Stress-Jobs
Wenig Bewegung durch Büroarbeit
Ungesunde Ernährung
Rauchen und Alkohol
Schlafmangel
schaffen bereits in jungen Jahren die Grundlage für spätere Erkrankungen.
Fazit: Herzgesundheit beginnt nicht erst mit 60. Die Weichen werden früh gestellt. Ein bewusster Lebensstil in den 20ern und 30ern ist die beste Versicherung gegen Herzinfarkt und Schlaganfall.




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